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Vergraben im Skihang – 15.000 Sensoren auf der Lauer nach Druck

Für Skirennsportler als auch den ambitionierten Freizeitfahrer ist die optimale Abstimmung von Skistiefel und Ski essenziell für Top-Ergebnisse und eine sichere Fahrt. Jede Bewegung beim Lauf, die Härte des Stiefels sowie die Spannung des Skis und seine Torsionseigenschaften hinterlassen im Schnee ein typisches Druckbild von Skisohle und Kanten. Dieses Druckbild konnte man bislang nur punktuell ermitteln, indem bei ruhendem Ski die Durchbiegung sowie die Torsion gemessen wurden.
Kessler

Seit letzter Woche hat sich diese Situation drastisch verbessert. Durch Einbau einer mit 15.000 Sensoren bestückten, 2m langen Druckmessplatte in einen Skihang, konnten die flächige Verteilung der Kräfte und damit die Drücke statisch und dynamisch bis zu Geschwindigkeiten von 60 km/h exakt erfasst werden. Die Messplatte arbeitet mit einer Abtastfrequenz von 200 Hz. Die erhaltenen Daten geben Aufschluss über das Wechselspiel von Körperspannung sowie –haltung und den mechanischen Gegebenheiten von Skistiefel und Ski. Auf Basis der Daten können dem Sportler wichtige Hinweise zu seiner Fahrweise gegeben werden. Außerdem können Stiefel- und Skihersteller mit neuen, bisher unbekannten Geräteeigenschaften versorgt werden, die das Design stark beeinflussen werden.
Die Messungen erfolgten bei nahezu idealen Bedingungen im Skigebiet von Braunwald in der Schweiz. Mit von der Partie waren die Snowstorm-Partner molibso GmbH (Druckmessplatte), Kessler (Ski) sowie das Fraunhofer IWM MikroTribologie Centrum mit seiner Skiabteilung. Die Testläufe wurden von Kiteski-Weltmeister Felix Kersten gefahren, der sich wertvolle Hinweise für die Entwicklung neuer Wettkampfski erhofft.

~ von Matthias Scherge am 11. Januar 2018.

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