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SKITRIBOLOGIE

Tribologie ist eine multidisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Entstehung und den Auswirkungen der Reibung beschäftigt. Jeder hat mit Reibung schon Erfahrungen gemacht, sei es beim Ausrutschen oder beim Bremsen im Auto. Reibung kann also klein oder groß sein. Reibung wird im Allgemeinen durch den Reibungskoeffizienten ausgedrückt, der den Gleitwiderstand in Relation zur Gewichtskraft setzt. Der Reibungskoeffizient zwischen Schuh und Teppichboden liegt bei ca. 0,5. Platziert jemand eine Bananenschale, so kann er auf 0,05 sinken. Steht man auf Schnee, verringert sich der Reibungskoeffizient 0,005 und wechselt man auf Schlittschuhe kann er 0,0005 betragen!
Zur Messung der Reibung auf Eis und Schnee benötigt man daher hochauflösende Messtechnik, sogenannte Tribometer.

Eislabor

Wir verfügen über Tribometer, die gekühlt bis -20 Grad Celsius betrieben werden können und Geschwindigkeiten bis zu 150 km/h ermöglichen. Die Tribometer können die Reibung zwischen Skibelag oder Kufe gegen Schnee oder Eis messen. Damit kann man Gleiten im Labor nachstellen.
Um das Skifahren besser zu analysieren, ist ein tiefgreifendes Verständnis des Schnees notwendig. Das folgende Bild illustriert verschiedene Schneesorten.

Schnee am Taupunkt, Bildgröße 3 mm

Schnee am Taupunkt, Bildgröße 3 mm

Schnee bei -10 Grad Celsius, Bildgröße 3 mm

Schnee bei -10 Grad Celsius, Bildgröße 3 mm

Innerhalb der letzten 5 Jahre haben wir daher eine Datenbank mit mehr als 60 Datensätzen zu Schneekornform, Schneetemperatur, Schneefeuchte sowie Reibung gegen einen Referenzskibelag angelegt. Gekoppelt mit einer umfangreichen Schliffdatenbank kann somit die Vielzahl der das Gleiten beinflussenden Faktoren verringert werden.

3d Aufnahme eines Skischliffs, Kantenlänge: 2,5 mm

3d Aufnahme eines Skischliffs, Kantenlänge: 2,5 mm

Neben der Wissenschaft ist aber auch Erfahrung gefragt. Wir haben über Jahre hinweg die Hinweise und Tricks der Skitechniker bis zu ihren wissenschaftlichen Wurzeln verfolgt und Fragen geklärt, wie tief z.B. Wachs in den Skibelag eindringt und was passiert, wenn man den Ski bürstet. Sehr oft hat sich gezeigt, dass sich Effekte einstellen, die vollkommen anders wirken, als es sich der Praktiker vorgestellt hat. Da der Kontakt zwischen Ski und Schnee sehr viele unvorhersagbare Zufälligkeiten besitzt wird es nie möglich sein, das Gleitverhalten eines Skis vollständig zu beschreiben. Daher ist die Kombination von Praxistest und Wissenschaft der Schlüssel zum Erfolg.